Der Begriff „Dekantieren“ leitet sich von dem lateinischen „decanthare“ ab und beschreibt das Abgießen einer Flüssigkeit. Genau dies passiert auch beim Dekantieren von Wein: Der rote oder weiße Rebsaft wird aus dem engen Flaschenhals in einen ausladenden Weindekanter eingeschenkt. Der ursprüngliche Nutzen des Dekantierens in einem Dekanter ist, dass auf diese Weise Weinstein (vor allem bei alten Weinen) und andere Schwebstoffe abgetrennt werden können. Zusätzlich kommen durch den Einfluss des Sauerstoffs aber auch mehr Aromen aus dem Wein hervor und werden besser wahrnehmbar. Dieses Vorgehen wird jedoch eigentlich als „Karaffieren“ bezeichnet. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird jedoch in der Regel „Dekantieren“ als Synonym gebraucht.

Im Idealfalls sollte man Wein vor dem Trinken dekantieren. Dies steigert Geschmack & Genuss. (Foto: Matt Lamers / Unsplash)
Im Idealfalls sollte man Wein vor dem Trinken dekantieren. Dies steigert Geschmack & Genuss. (Foto: Matt Lamers / Unsplash)

Zwei Gründe, warum man Wein immer dekantieren sollte:

  1. Wenn ein älterer Wein einen Bodensatz gebildet hat, dann möchte man diesen nicht im Glas haben und mittrinken. Durch das Dekantieren des Weins bleiben die unerwünschten Ablagerungen wie Weinstein in der Flasche und nur der kostbare Tropfen findet seinen Weg ins Glas. Wer ältere Weine dekantieren möchte, gießt sie am besten langsam in den Dekantierer, damit der Bodensatz in der Flasche bleibt.
  2. Vor allem jüngere Weine profitieren vom Dekantieren, da er beim Umfüllen in den Weindekanter in Berührung mit der Luft kommt. Die Reaktion mit dem Sauerstoff sorgt dafür, die komplexen Strukturen des Weins aufzuschließen und vielfältige Aromen freizusetzen. Ein junger Wein erlangt so reife Noten, die man sonst erst bei viel älteren Tropfen schmecken kann. Wer jüngere Weine dekantieren möchte, gießt die Flasche am besten schnell in den Dekanter. So wird der gute Tropfen umgewirbelt und kommt mit möglichst viel Luft/Sauerstoff in Berührung.

Funktioniert das Dekantieren von Wein wirklich?

Lassen Sie es bei Ihrer nächsten Weinverkostung auf eine Probe ankommen: Stellen Sie zwei identische Gläser auf den Tisch. Nun dekantieren Sie eine halbe Weinflasche. Die zweite Hälfte schenken Sie undekantiert aus der Flasche ins Glas. Sie und Ihre Gäste werden den geschmacklichen Unterschied sofort merken und den dekantierten von undekantierten Wein unterscheiden können.

Insbesondere bei Rotwein macht das Dekantieren bzw. Karaffieren Sinn. Aber auch Weißweine gewinnen dazu. (Foto: Kelsey Knight / Unsplash)
Insbesondere bei Rotwein macht das Dekantieren bzw. Karaffieren Sinn. Aber auch Weißweine gewinnen dazu. (Foto: Kelsey Knight / Unsplash)

Belüften ohne Weindekanter

Natürlich kann man eine Weinflasche auch einfach öffnen und ihn auf den Tisch stellen. Um ihn dann jedoch in seinem vollen Umfang genießen zu können, müsste man 8 bis 12 Stunden warten. So lange braucht der Wein, um vollständig mit dem Sauerstoff zu reagieren und seine Aromen zu entfalten. Das Dekantieren von Wein ist mit einem Weindekanter also weitaus, schneller und zudem auf Grund der schön gestalteten Dekanter sowie Weinkaraffen auch stilvoller.

Schneller und eleganter mit dem Weindekanter

Die schnellere Variante bietet da der Weindekanter: In ihm wird der Wein belüftet und ist je nach Dekantertyp bereits in wenigen Minuten trinkbereit. Eingießen, servieren, fertig! Vor allem Rotweine werden im Dekantierer zum Erlebnis: Sie umspielen den Gaumen mit Früchten, markante Tannine werden integriert und ergänzen den runden Geschmack. Ein schnelles Dekantieren des Weins ist außerdem mit sogenannten Weinbelüftern sowie vielen gängigen Dekantierausgießern wie zum Beispiel dem WMF Vino-Dekantierausgießer möglich.

Natürlich macht auch ein Weindekanter aus einem schlechten Wein keinen guten Tropfen – doch solide Weine erhalten in ihm den letzten Schliff und eine besondere geschmackliche Brillanz. Als Faustregel gilt: Je hochwertiger der Wein, desto mehr lohnt sich das Dekantieren!